Frau M. holt ihr Mittagessen in Alis Imbiss ab!

Dez 7th, 2011 | By | Category: Startseite

Zur Methodik der Ressourcenmobilisierung:
Wie funktioniert sozialräumliches Arbeiten? Das veranschaulichten die Dozenten Frank Früchtel (Professor an der Fachhochschule Potsdam) und Wolfgang Budde (Dipl. Sozialarbeiter, Supervisor DGSv., Dozent der  Fachhochschule Coburg) am 25. und 26. November 2011 im m|Centrum. „System“ und „Lebenswelt“ –  Früchtel und Budde unterschieden zwei Arten, wie Hilfeleistung für Menschen mit Unterstützungsbedarf in der Gesellschaft geschieht. Ein konkretes Beispiel aus Frankfurt: Eine Rentnerin, „Frau M“, ließ eines Tages weder den ambulanten Pflegedienst, noch die Versorger von „Essen auf Rädern“ mehr in ihre Wohnung. Sie war grundsätzlich misstrauisch geworden.  Vermutlich hätte das Hilfesystem in diesem Fall eine Zwangsunterbringung in ein Pflegeheim erwirkt. Mit Hilfe konsequenter Nutzung sozialräumlicher Ressourcen konnten hier drastische Maßnahmen vermieden werden. Denn es kam heraus, dass „Frau M.“ dem türkischen Imbissbesitzer „Herrn Ali“ vertraute. So wurden kurzerhand ihre mittäglichen Mahlzeiten im Imbiss unten im Mietshaus abgeliefert. Auch der Pflegedienst konnte an diesem Ort wieder Kontakt zu Frau M. aufnehmen. Ein Beispiel von wenigen: Organisationen müssen sich generell ändern, um sozialräumlich zu arbeiten, so das Statement der beiden Vortragenden. Um das zu erreichen ist ein Perspektivwechsel notwendig, der den Willen und die Ressourcen der Menschen vor Ort im Blick hat. Und dafür muss man die Sichtweise ändern – das gilt für jeden Einzelnen und die Organisationen gleichermaßen. Präsentation  zum Vortrag

Der Vortrag war Teil der Reihe „impuls|sozialraum“. Die nächste Veranstaltung ist am 24. Februar, von 11 – 13.30 Uhr, im m|Centrum, Buntentorsteinweg 24/26. Das Thema: „Peer Counseling“. Den Vortrag hält Wiebke Hendeß (Mitarbeiterin Uni Oldenburg, Peer Counselorin, Sexualberaterin).

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